Rennkutter Nobile

Wir sind ein bunt gemischter Haufen

von Frauen und Männern aller Altersklassen und zusammen teilen wir die Faszination für das Traditionssegeln. Einen Eindruck vom Bordalltag vermitteln verschiedene Törnberichte:
Jugendweihetörn 2013
Nach sieben Stunden Busfahrt dann die Ankunft im Rostocker Stadthafen. Zunächst große Verwirrung welches der vielen Schiffe hier ist es denn nun? Von den Erfahrenen lässig mit dem Kommentar abgetan: »Das mit dem höchsten Mast«. Dem sei an dieser Stelle nichts hinzugefügt.
Nun hieß es, das Schiff kennenzulernen und die Kojen zu beziehen, nautische Begriffe wie Steuerbordund Backbordkoje lösten erste Verwirrung aus und auch die Toilettenbedienung auf See will geübt sein. Nachdem alle Klarheiten beseitigt waren, ging es dann endlich an die Segeleinweisung. Stopper setzen, auf dem Poller belegen, mystische Drahtseile hinund hertragen: learning by doing.
Nach dem zeitigen Ablegen am nächsten Morgen folgte noch eine Sicherheitseinweisung, an Warnemünde vorbei, und kaum waren wir aus der Warnow raus und auf offener See, setzten wir die Segel. Für heute hieß es Kurs Kühlungsborn, welches wir am Abend erreichten.
Gestern noch im sicheren Hafen, ankerten wir am nächsten Abend vor Fehmarn. Die Nachtwache
ist ein notwendiges Übel, aber früher oder später ereilt jeden die Erkenntnis, dass es mit den richtigen Leuten und der richtigen Beschäftigung verdammt Spaß machen kann. Kaffee und Tee waren gekocht, die Süßigkeiten geplündert und es wurden fleißig Kreuzworträtsel entworfen, Knoten geübt und bei netten Mitseglern war für den einen oder anderen auch ein kleines Nickerchen drin.

Walfisch, Wieken und Haffe 2012
Vor idyllischer Kulisse ein sehr frühes Ankeraufgehen. Beim Vorbeisegeln an noch mehr Kreidefelsen Staunen über unser Glück mit dem Wetter und die Kurzfassung: Mön ist schön.
Wir gewinnen an Geschwindigkeit, bis die Frage aufkommt: Hat das Schiff eigentlich Bremsen? Rückblickend gibt es Diskussionen, ob Festmacherleinen zum Einsatz kamen … Jedenfalls sind wir schnell auf Klintholm zugefahren. Ein Vorauskommando im Dingi erkundete die Lage im Hafen: Alles belegt wegen einer Yachtregatta. Bedauerlicherweise mussten wir daher ein bisschen unter Maschine weiter, bis wir Stubbeköbing erreichten: Dort gab es ein gelungenes Anlegemanöver in einen Liegeplatz, der vom Hafenmeister als Lücke von 50 m Länge angekündigt war und dessen Ausmaße sich bei späterem Nachmessen auf 37,5 m beliefen.

Kiel–Wolgast 2008
Zum Frühstück am Montagmorgen gab es fulminante selbstgebackene Brötchen. Gut gestärkt segelten wir dann 59,1 Seemeilen. In der Nähe von Gedser ankerten wir dann einfach so. Das hatte natürlich eine Ankerwache unterm Sternenhimmel zur Folge. Der eine oder die andere konnte einfach nicht widerstehen und kletterte abends oder morgens zum Baden die Strickleiter hinunter in die ruhige See.

Erlebnispädagogentörn 2011
»Ich habe Brot gebacken. Das sah voll gut aus und schmeckte sehr sehr mit-Liebeselbstgemacht-gut.« Morgens um 06:00 Uhr ging das Dingi zu Wasser, um den nötigen Einkauf in Heiligenhafen zu erledigen und der Sonnenaufgang wurde mehr oder weniger bewundert: »Super Sonnenaufgang auf dem offenen Meer leider verpasst.« Als die vier Helden zurück waren, ging es los mit allen Lappen hoch (außer der »Kleine« ganz oben) und »die Ankerwache sorgte für gelegentliche Müdigkeit, was dem Segelspaß aber nicht im Wege stand«. Trotzdem war die Crew hochmotiviert bei 8,5 Knoten vorm Wind und so waren wir nun schneller vor Laboe als gedacht. Deshalb mussten wir was tun: Also Wende, Wende, Wende, Wende. Es lief wie am Schnürchen und wir haben alle bereut, dass nun auch der letzte Segeltag zu Ende war. »Die Wenden laufen immer besser, S. hat uns sogar gelobt.« Eine Stunde bevor die Segel geborgen werden sollten, verspürten einige Mitglieder der Stammcrew das dringende Bedürfnis, doch noch das »Kleine« ganz oben auszupacken. Die Idee wurde dann aber in Anbetracht der Gefahr einer Meuterei verworfen. Bereits am frühen Nachmittag wurde das letzte Ma(h)l ausgiebig vorbereitet.
Alle Segelmanöver und überhaupt der ganze Törn wurde von sehr viel Gesang und Spaß begleitet. Abends, als wir in Holtenau fest waren, gab es dann von den Trainees, die nun voll dazugehörten, ein selbst komponiertes Lied und Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise. Alles jeweils in zwei verschiedenen Ausführungen. Während sich im Anschluss das Blut aus den Köpfen in den Mägen staute, gab es das letzte Mal Blitzdings und das Stimmungsbarometer explodierte förmlich.

Förderverein alter Traditionssegler e.V., Janne Bartsch

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Name: Nobile
Eigner: Förderverein alter Traditionssegler. e.V
Webseite: http://www.traditionssegler.net
Heimathafen: Wolgast
Baujahr: 1919
Ort: Lowesoft, UK
Typ: Gaffelkutter, Stahl
Länge: 38,5 m
Breite: 5,6 m
Großmast: 36 m
Tiefgang: 3 m
Segelfläche: 500 m2
Verwendung: Sailtraining
Besatzung: 24 Personen
Stand: 18. Sep. 2014

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