Fortuna

Die Geschichte der FORTUNA

Die Fortuna wurde im Jahre 1909 in den Niederlanden als reines Segelschiff zum Befördern von Frachten gebaut. Zunächst bestand die Takelage des Schiffes nur aus einem Mast mit einem enorm langen Großbaum und einem typisch holländischen Gaffelsegel sowie zwei Vorsegeln, die aber beide ohne Bugspriet gefahren wurden. Diese einfache, auf das Wesentliche beschränkte Besegelung machte das Schiff für eine sehr kleine Mannschaft handhabbar. Sie bestand damals nur aus einer Familie mit vielen kleinen Kindern. Um die Manövrierfähigkeit in den Kanälen und Häfen zu verbessern, bzw. um auch bei Flaute und Gegenwind den Betrieb des Schiffes zu gewährleisten, kam bald ein sog. »Opdouwertje« (übersetzt: »Anschieberchen«) ein kleines Beiboot mit einem Dieselmotor hinzu. 1937 wurde die Fortuna von einem Deutschen aus dem ostfriesischen Warsingfehn gekauft, der in Oldersum an der Ems den ersten Motor in das Schiff einbauen ließ. Bis in die 50er Jahre erfüllten Mast und Takelage ihre Funktion als Hilfsbesegelung bzw. als Ladegeschirr. Anfang der 60er Jahre wurde das Schiff unter Aufsicht der See-Berufsgenossenschaft und des Germanischen Lloyd zum Küstenmotorschiff umgebaut: Es erhielt eine moderne Maschine und neue Luken sowie Verstärkungen in den konstruktiven Verbänden. Form und Größe wurden allerdings nicht verändert, sodass noch der originale Seglerrumpf vorhanden war, als der Ingenieur Bernd Bunk aus Juist 1980 das Schiff übernahm. Übrigens diente die Fortuna bis zu diesem Zeitpunkt fast 20 Jahre lang der Versorgung der Nordseeinsel Juist.

Bei der von 1980 bis 1984 erfolgten Wiederbesegelung des Schiffes entschied man sich für eine 2-mastige GaleassTakelage, da diese aus verschiedenen Gründen den pädagogischen Zwecken eher entsprach. Man brauchte ja nun nicht mehr am Bedienungspersonal zu sparen, und es ergaben sich entscheidende Vorteile für die Manövrierfähigkeit des Schiffes unter Segeln. Während der Umbauphase befand sich das Schiff im historischen Handelshafen der ostfriesischen Stadt Leer. Der Umbau erfolgte unter der Regie des Eigners Bernd Bunk und der Mithilfe von etwa 25 reisenden Handwerksgesellen. Es wurde darauf geachtet, den Frachtschiffcharakter der Fortuna nicht vollständig verloren gehen zu lassen. So entstand im Vorschiff ein großzügiger Schlafbereich, während mittschiffs die Ladeluke noch funktionsfähig geblieben ist. Gleichzeitig ist dies jedoch der Gruppen-, Veranstaltungsund Essraum. Seit 1985 ist die Fortuna als Gruppenund Seminarschiff im Einsatz. Bis 1987 war das Fahrtgebiet die deutsche und niederländische Nordseeküste mit dem Ijsselmeer, seither gehört die Fortuna jedoch zur gewohnten Kulisse der Ostsee von der dänischen Inselwelt bis zum polnischen Oderhaff. 1992 wurde das Schiff vom Mignon Segelschiffahrt e.V. in Hamburg gekauft, der seitdem integrativen Gruppen, die Mitglieder im Verein werden, die Fortuna für Segeltörns, Seminare und Veranstaltungen zur Verfügung stellt und außerdem pädagogisch/therapeutisch betreute Fahrten für Kinder und Jugendliche aus dem Haus Mignon, dem Institut für ambulante Heilpädagogik in Hamburg-Nienstedten, anbietet.

In den Jahren 1992 bis 1997 wurden nicht nur das Beiboot, die Seitenschwerter und Segel erneuert, es konnten auch eine Heizung und einige technische Geräte erneuert und eingebaut werden.
Mignon Segelschiffahrt e.V. ist Mitglied in der Gemeinsamen Sicherheitskommission für historische Wasserfahrzeuge (GSHW) und gewährleistet damit, dass die Fortuna den deutschen wie auch den europäischen Standards für Traditionssegler entspricht.

Mignon Segelschiffahrt e.V.

 

Feuer Am Wind

Feuer Am Wind

Name: Fortuna
Eigner: Mignon Segelschiffahrt e.V
Webseite: http://mignon-segelschiffahrt.de
Heimathafen: Hamburg
Baujahr: 1909
Ort: Zaandam, NL
Typ: Friesische Maatkast, Frachtsegler
Länge: 39,50 m
Breite: 6,20 m
Tiefgang: 1,70 m
Segelfläche: 425,2 m2
Verwendung: INTEGRATIVE FAHRTEN MIT PÄDAGOGISCH/ THERAPEUTISCHE BETREUTEN JUGENDGRUPPEN
Besatzung: 25
Stand: 18. Sep. 2014

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