Missionskutter Elida

Die Geschichte der ELIDA

Die ELIDA ist ein gaffelgetakelter Haikutter, Bau- jahr 1939, mit Groß- und Besanmast. Besegelung: Jager, Klüver, Fock, Groß und Besan. Heimatha- fen ist Kiel. Die Maschine, ein rechtsdrehender 6-Zylinder-Direkteinspritzer-Dieselmotor aus dem Jahr 1950 von der niederländischen Firma Kromhout mit starrer Welle und Hydraulikgetrie- be, leistet 105 PS. Der Kutter war lange Zeit vor Island im Einsatz und fuhr später als Postschiff an Norwegens Küsten. Aus dieser Zeit stammt noch das Passagierzertifikat, auf dem zu lesen ist, dass maximal 98 Passagiere mit zwei Mann Besatzung befördert werden durften. Diese Urkunde war noch bis zum 19. Mai 1973 gültig. Die ELIDA hat insgesamt 18 Kojen sowie einen geräumigen Salon mit integrierter Kombüse und ein geräumiges Ruderhaus. Derzeit stehen drei Skipper für die Törns von Mai bis Oktober zur Verfügung. Die ELIDA ist im Sommer bei vielen Hafenfesten entlang der gesamten Ostseeküste zu finden. Sie liegt an der Pier im Hafen und dient Kirchen und Freikirchen als attraktive Kulisse für christliche Aktionen oder als Bühne für kreative Events. Ein weiterer zentraler Bestandteil sind die Kutter- rundfahrten. Die Gemeinden laden bis zu 50 Personen zu einer zweistündigen Rundfahrt mit christlichem Programm auf den alkoholfreien Kutter ein. Beim täglichen »Open Ship« können die Besucher den Kutter bei einer Tasse Kaffee erkunden und dabei mit der Crew über Schiffe, Seefahrt, Seemannschaft aber auch im wahrs- ten Sinn des Wortes über Gott und die Welt ins Gespräch kommen.

Weil wir als Missionskutter ELIDA e.V. die Jugendarbeit besonders fördern wollen, besteht unsere Crew aus einer bunten Mischung von jungen und jung gebliebe- nen Leuten verschiedener Kirchen und Freikirchen, die auf der ELIDA in der Regel wochenweise anheuern. Die Crews verbringen ihren Urlaub auf See, lernen, leben und erleben Seemannschaft und Navigation an Bord. Unterwegs lernen sich die Crewmitglieder ken- nen, werden in Bordregeln und Bordalltag eingewiesen und trainieren Manöver. Sie navigieren unter Anleitung, lernen das Schiff und seine Eigenarten kennen und erledigen alle Arbeiten, die auf einem Traditionsschiff anfallen. Darüber hinaus bleibt viel Zeit für Gesprä- che, für gemeinsames Singen, Musizieren oder zur Erholung. Von Montag bis Donnerstag wird gesegelt und am Wochenende steht die ELIDA mit ihrer Crew den lokalen Kirchen und Freikirchen in vielen Städten an der Ostseeküste bei den Hafenaufenthalten – etwa bei Hafenfesten – zur Verfügung. Weil das Crewleben auf der ELIDA offensichtlich positiv sehr nachhaltige Spuren hinterlässt, heuern viele junge Leute jedes Jahr wieder an und stellen ihre Zeit und ihr Können der Aufgabe des Missionskutter ELIDA e.V. zur Verfügung. Während im Sommer die Schwerpunkte der Aktionen naturgemäß eher im Einsatz auf der Ostsee liegen, werden im Winterhalb- jahr vor allem Reparatur- und Erhaltungsarbeiten am Schiff durchgeführt. Über das Jahr verteilt sind ca. 100 Vereinsmitglieder und Freunde der ELIDA im Einsatz. Wenn wir durch unsere Gästebücher auf der ELIDA blättern, wird zunächst deutlich, wie viele und vor al- lem unterschiedliche Menschen im Laufe der Zeit mit- gefahren sind – ob als Crew oder auch als Gast bei den Rundfahrten in den Häfen. Sehr oft wird die besondere Atmosphäre genannt, auch wenn es auf der ELIDA immer eng und das Leben an Bord wenig komfortabel ist. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass wir oft mit Leuten unterwegs sind, denen Seemannschaft, wenn sie an Bord kommen, zunächst nicht vertraut ist, und die beim Verlassen des Schiffes das Gelernte gerne mitnehmen und umsetzen in ihrem Alltag. Hier ein paar Funkelfeuer aus den Gästebüchern: »Danke für das Boarding mit Hanni und Nanni – weil Janni nicht da war … Beim Aufsetzen wie im richtigen Leben: Hilfe rufen, Hilfe annehmen – von Menschen und von Gott … das Wendemanöver vor Fehmarn wird mir noch lange in Erinnerung bleiben … das Segeln liegt mir nicht so – gestern, das war meine schlimmste Fahrt … geistliche und echte Brötchen … gleich zu Be- ginn die herzliche Begrüßung und sofortige Einbezie- hung in die Crew, das tut gut … eine gute Mischung aus Aufgabe und Spaß … Segeln bis der Wind kommt«.

Ingolf Heimann für die ELIDA Crew

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Stand: 18. Sep. 2014

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